Nachspiel: Was nach Hertha diskutiert wird
Der VfB Stuttgart hat es nicht geschafft gegen die akut schlechte Hertha aus Berlin einen Sieg zu erspielen. Die Gründe sind vielfältig und so auch das Medienecho nach dem Spiel gegen die Berliner und vor dem wichtigen Spiel am Dienstag gegen Glasgow in der Champions League.
Fangen wir mit der Stuttgarter Presse an: Im Sportaufmacher der Stuttgarter Nachrichten wird eigentlich offen zum Rauswurf des Trainers aufgerufen. Der Artikel ist mehr ein Kommentar der aktuellen Situation und rückt den Blickwinkel nicht auf die Spieler sondern vor allem auf Trainer und Manager. Was ein neuer Trainer (oder gar ein neuer Manager) allerdings noch vor der Winterpause anders machen soll – oder überhaupt anders machen soll – das verrät der Autor leider nicht.
Bejubelt wird von den Stuttgarter Nachrichten allerdings Kuzmanovic, der tatsächlich als einer der wenigen Akteure des VfB eine ansprechende Leistung gezeigt hat. Auch die Stuttgarter Zeitung geht in diese Richtung. Beide Blätter sind sich einig: Hitzelsperger und Hleb sind Totalausfälle gewesen. So muss man das wohl sehen.
Im Blog von heinzkamke auf angedacht geht es etwas analytischer zu als bei den Zeitungen. Und es wird auf eine Situation hingewiesen, die mich auch schon länger ärgert: die Nachspielzeit. Während es nach meiner Beobachtung in England und Spanien nicht unüblich ist auch mal 5 Minuten drauf zu geben, wenn der Spielverlauf entsprechend war, sind in deutschen Stadien 3 Minuten das Höchste der Gefühle. Und die Regeln des DFB sind da leider eher zweideutig. Zwar gibt es Gründe für die Nachspielzeit aufgelistet (S. 61):
- Auswechslungen,
- Verletzungen von Spielern,
- Transport verletzter Spieler vom Spielfeld,
- Zeitschinden oder
- jeden anderen Grund
Danach hätte es am Samstag in Stuttgart viele Gründe zum Nachspielen gegeben: 5 Auswechslungen und 1 gelbe Karte explizit für Zeitschinden. Es gibt aber keine genaue Anweisung für den Schiedsrichter für welche Aktion wieviel Nachspielzeit angesetzt werden sollte – z.B. 30 Sekunden für eine Auswechslung. Danach wären für die Auswechslungen 2:30 nachzuspielen und für Zeitschinden nochmal 0:30 Sekunden bis 1 Minute. Macht nach Adam Riese mind. 3 Minuten. Die Regeln sind hier viel zu schwammig formuliert und lassen dem Schiri jede Freiheit:
Die nachzuspielende Zeit liegt im Ermessen des Schiedsrichters.
Soviel dazu. Noch ein Hinweis: Der VfB hat die Stadionregeln der Schotten übersetzen lassen. Wen’s interessiert und wer sonst nix zu tun hat: Hier geht’s lang.




Danke für die schmeichelnden Worte
Im Sportmedienblog gab’s vor einiger Zeit auch mal eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Nachspielzeit (einschließlich der Kommentare)
Was die Zeitungen anbelangt: ich hab den Eindruck, die wissen grad auch nicht so recht, ob sie Babbels Rauswurf nun fordern sollen oder nicht. Irgendwie seltsam. Vielleicht liegt’s tatsächlich daran, dass sie, wie Du sagst, nicht wissen, was der Nachfolger anders machen soll (und wer es sein könnte).
Und da geht es der Presse genau wie mir. Das “Problem” ist ja, dass die Mannschaft nicht wirklich schlecht spielt, so dass man wirklich rumpoltern müsste. Eigentlich fehlen ja “nur” die Punkte (und die Tore)… Es ist einfach eine ganz blöde Situation momentan, die mich total ratlos macht und ich wüsste auch momentan nichts anderes als diese doofe Hoffnung zu haben, dass der beschissene Knoten irgendwann mal platzt.