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Berichte rund um den VfB Stuttgart

Ja, wenn, dann…

Stuttgarter Sportjournalismus

Hier kommentiere ich den Artikel zum VfB Stuttgarter aus den Stuttgarter Nachrichten von heute.

Der ersehnte Sieg ist da – die Probleme bleiben

Glasgow – Über die Worte, die Erwin Staudt am späten Dienstagabend im Ibrox Park losgeworden ist, haben sich seine Zuhörer schon ziemlich gewundert. “Wir haben nie eine Trainerdiskussion gehabt”, hatte der Präsident der Roten in ein Radiomikrofon gesagt und hinzugefügt: “Wir haben vollstes Vertrauen in das Team.” Die Krisensitzung des VfB-Vorstands mit dem Trainerteam nach dem blamablen Pokal-Aus beim Zweitligisten Greuther Fürth (0:1) – nach der Teamchef Markus Babbel noch eine letzte Chance bekam – schien das Oberhaupt der Roten glatt verdrängt zu haben.

>> ob es in dieser Krisensitzung um den Trainer ging ist ja nicht gesagt, oder? Ob damals ernsthaft über Trainer oder einzelne Spieler geredet wurde oder über eine Strategie, die aus der Krise führt bleibt wahrscheinlich denen vorbehalten, die dabei waren.

Nun gut, kann man sagen, in der Euphorie nach einem 2:0-Auswärtssieg in der Champions League gegen die Rangers kann so etwas schon mal passieren. Glaubwürdiger wird Staudts Aussage dadurch aber nicht unbedingt.

>> dieser Satz, naja: Wenn die Autorin sagt, es ging in der Krisensitzung um den Trainer, dann ist der Präsident hier natürlich nicht glaubwürdig. Was Staudt dazu sagt wird hier aber nicht erwähnt.

Denn was wäre gewesen, hätte der VfB an diesem Dienstagabend im regnerischen Schottland das getan, was er in den vergangenen zwei Monaten immer getan hat – nicht gewonnen? Oder noch schlimmer, wieder verloren?

>> was wäre wenn, der VfB die letzten Spiele in Bundesliga und CL alle glücklich gewonnen hätte? So eine unsinnige Diskussion zeigt doch nur, wie sehr die Stuttgarter Nachrichten darauf aus sind eine Trainerdiskussion herbei zu schreiben.

Dann wäre die Diskussion, die es laut Erwin Staudt ja eigentlich gar nie gegeben hat, wieder von vorne losgegangen. Ob Markus Babbel im Falle einer Niederlage gegen den schottischen Meister und dem damit verbundenen Aus in der Champions League an diesem Sonntag im Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen noch auf der Trainerbank der Roten gesessen hätte, darf bezweifelt werden.

>> jau, siehe oben “was wäre wenn”. Was wäre, wenn ich vergangenen Samstag einen 6er im Lotto mit Zusatzzahl gehabt hätte. Das ist also Stuttgarter Sportjournalismus.

Nun aber haben die Roten in Glasgow gewonnen und waren nach dem Sieg erst einmal in Feierlaune. “Wir hatten so auf den Befreiungsschlag gehofft. Es fühlt sich super an, dass wir gewonnen haben”, sagte Markus Babbel. “Ein unglaublich wichtiges Er-folgserlebnis für unser Selbstvertrauen”, meinte Manager Horst Heldt. Das 2:0 gegen die Rangers war der erste Sieg seit dem 3:0 gegen Frankfurt am 26. September. Die Roten sind im Zwischenhoch

>> ob der VfB im Zwischenhoch ist, muss sich erst noch herausstellen. Im Moment ist das wohl eher gar kein Hoch, denn ein Sieg wird zu wenig sein

, der Erfolg hat ihnen ein wenig vom so schmerzlich vermissten Selbstvertrauen zurückgegeben. Sie überwintern in einem internationalen Wettbewerb. Mindestens in der Europa-Liga. Mit einem Heimsieg gegen Unirea Urziceni am 9. Dezember hätte der VfB sogar das Achtelfinale der Champions League erreicht. Alles eitel Sonnenschein also? Mitnichten.

>> richtig.

Die eigentlichen Probleme hat das 2:0 (1:0) im Ibrox Park nicht gelöst. In der Bundesliga ist der VfB weiter 16., kämpft auf dem Relegationsplatz gegen den Abstieg und wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg.

>> Ja, damit hat wohl auch niemand gerechnet, dass der VfB nach einem Sieg in Glasgow plötzlich in der Bundesliga auf Tabellenplatz 5 steht. Außer die DFL würde sich gegen eine Zahlung von sagen wir…nein, lassen wir das.

Das ist Babbel bewusst, der sagt: “Es ist nach wie vor sehr schwierig, und am Sonntag treffen wir auf Leverkusen – die derzeit wohl spielstärkste Mannschaft.” Und gegen die Werkself dürfte es schwerer werden als gegen die Schotten, die am Dienstagabend weit von ihrer Topform entfernt waren (Alexander Hleb: “Das war nicht das Glasgow, das ich kenne.”) Deshalb tat Horst Heldt gut daran, zwischen all dem Jubel einige mahnende Worte loszuwerden. Gemäß dem Motto: Zufrieden darf man sein, selbstzufrieden nicht. “Durch diesen Sieg wird es in der Liga für uns nicht einfacher”, sagte er: “Zum Ausruhen besteht kein Anlass. Wir treffen jetzt auf Leverkusen, das wird eine noch größere Herausforderung. Wir sind krasser Außenseiter und müssen trotzdem versuchen, auch dort etwas zu holen.”

Denn sonst steht der VfB am Sonntagabend wieder dort, wo er vor dem Sieg in Glasgow stand. Ganz weit unten. In der Tabelle und mental. Das frisch gewonnene Selbstvertrauen wäre bei einem erneuten Negativerlebnis schnell wieder weg.

>> echt jetzt? Das ist aber knallhart analysiert! Da wäre sonst keiner drauf gekommen.

Ob das 2:0 in Glasgow also tatsächlich der ersehnte Befreiungsschlag war, das wird sich erst am Sonntag zeigen.

>> ach, jetzt, genau – warum steht das nicht schon oben beim Zwischenhoch?

Im Spiel gegen den Tabellenführer. Beim nächsten Schritt im Kampf gegen den Abstieg.

Ich glaube für den Artikel hätten auch ein bis zwei Absätze ausgereicht. Wirklichen Einblick in die Lage bei der Mannschaft und eine echte Analyse ist hier leider nicht zu finden. Schade – mal wieder. Das müssen die doch besser können, oder?

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3 Kommentare

  1. Ich kann Deinen Ausführungen nur zustimmen. Ich habe mich auch sehr über diesen Artikel aufgeregt.

    Es war schon nervig genug, dass die Stuttgarter Zeitungen regelmäßig berichtet haben, dass demnächst die Entlassung Babbels ansteht und schon sehr konkret über mögliche Nachfolger spekuliert haben, während keiner der Verantwortlichen den Trainer jemals in Frage gestellt hat. Dann aber im Nachhinein zu behaupten, der Präsident würde sich selbst widersprechen, anstatt einzusehen, dass man mit den eigenen Mutmaßungen vollkommen falsch lag, ist wirklich eine Frechheit. Das einzige Indiz, auf das man sich stützt, ist die Tatsache, dass es nach X sieglosen Spielen mal eine Sitzung gegeben hat. Peinlich.

    Sehr nervig war übrigens auch die besserwisserische “Serie” während der Länderspielpause über all die Fehler, die beim VfB gemacht wurden. Hätte, Wenn und Aber. Hinterher ist man immer klüger. Oder auch nicht, siehe oben.

  2. Freut mich, dass es da draußen noch andere gibt, die das so kritisch sehen. Werde die Presse da weiter beobachten und kommentieren.

    Ein Sieg am Sonntag wäre wohl die beste Klarstellung!

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  1. Kalt erwischt. « angedacht

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